Zolling, der 13. Dezember 2013 (letztmals Überarbeitet)

Graptemys gibbonsi, die Pascagoula – Höckerschildkröte.

Graptemys pearlensis, die Pearl-River-Höckerschildkröte.

Graptemys gibbonsi- Weibchen,NZ 2010

Einleitung

Mit Graptemys gibbonsi haben wir eine Art, aus der Gattung Graptemys, von der uns eine Erstbeschreibung von LOVICH & MC COY, erst seit 1992 vorliegt. Den Namen gibbonsi bekam sie in Anlehnung an einen ganz Bekannten amerikanischen Herpetologen „WHITFIELD GIBBONS

Bei Graptemys pearlensis haben wir ebenfalls eine anerkannte Art aus der Gattung Graptemys. Diese wurde erst 2010 zum ersten Mal Beschrieben von LOVICH, KREISER, SELMAN & QUALLES. Hier wurde der Name der Art nach dem Flusssystem (Habitat) bestimmt in dem sie Beheimatet  ist.

Diese beiden Arten wurden bis 2010 als eine Art unter G. gibbonsi geführt. So G. gibbonsi   aus dem Pascagoula Flusssystem oder aus dem Pearl – River- Flusssystem. So steht im Band 2 „Schildkröten der Welt“(Holger Vetter) Graptemys gibbonsi Pearl-River oder Pascagoula-River Art. Was für viele Graptemysfreunde und Kenner immer noch Richtig und am Sinnvollsten wäre.

Für beide Arten werden kleinere Unterschiedliche Merkmale Angeführt, die aber oft kaum Ersichtlich sind. Meist Variieren die Arten auch so, dass diese unterschiedlichen kleinen Morphologischen Erscheinungen in einander Übergehen.

Genetisch sollen aber beide Arten weiter auseinander liegen als die bekannteren Arten Graptemys flavimaculata und Graptemys oculifera. Wobei diese beiden Arten am äußeren Erscheinungsbild doch recht gut auseinander zu halten sind. Wobei hier noch hinzu kommt das Graptemys oculifera ein weinig kleiner und leichter ist, als Graptemys flavimaculata.

Hingegen sind Graptemys pearlensis und Graptemys gibbonsi sowohl vom Gewicht als von der Größe her Identisch.

Fraglich ist auch ob die genetischen Untersuchen in dem Umfang getätigt wurden und erarbeitet wurden, dass sie nun weitgehenst Anwendung finden können. Ob hierfür jemals genügend Gelder zur Verfügung standen? In Europa werden wir wohl keinen Genetiker, ein Institut finden die diese Untersuchungen ausführen könnten (stand 2013).

Selbst in den USA wird es Schwierig werden.

Erschwert wird dies noch alles durch uns, den nicht Überlegungen, anstellenden Menschen. Seit gut fünfzig Jahren  und länger werden Wasserschildkröten in den USA  als Haustiere gehalten. Sie wurden hierfür in sehr großen Stückzahlen den natürlichen Lebensräumen entnommen. So wurden die unterschiedlichsten Arten in den ganzen USA Verteilt. Je nach Wunsch und Geschmack der Interessenten/Käufer. Oft als die süßen Kleinen, gerade als Kindergeschenk oder als Spontankauf. Wurden die Tiere Größer und ließ das Interesse daran nach, bis ganz nach, dann wurden sie im nächstliegenden Fluss entsorgt. Einen großer Materieller Verlust entstand ja nicht. Aus der Natur abgelesene Tiere waren ja nicht Teuer.

Graptemys gibbonsi - weiblich

Hierbei wurden aber nun ob unwillkürlich oder willkürlich Wasserschildkröten zusammengeführt, die Artverwandt waren und sich mit einander Kreuzten „Hybridisierten“.

Dies Phänomen ist nicht zu unterschätzen „Leider“ gerade bei nordamerikanischen Wasserschildkröten, in ihren Habitaten.

So können wir ganz sicher davon ausgehen das gerade Gattungen, in ihren natürlichen Habitaten zu einem Großteil nicht mehr Reinrassig sind. Ich gehe sogar soweit und Behaupte, ohne das Zutun von Menschenhand, wird es in wenigen Jahrzehnten keine Reinrassigen Arten der Gattung Graptemys mehr geben. Warum dies so sein wird liegt schon alleine daran, dass außer Graptemys geographica, die ein sehr großes Flächendeckendes Verbreitungsgebiet hat, alle anderen 15 Arten/Unterarten speziell in kleinen oft sehr kleinen Flusssystemen vorkommen. Oft nur, mit nur wenigen tausenden/zehntausenden Exemplaren. Welches alleine für eine eigenständige Art schon ein Problem darstellt.

Nun wird der ein oder andere Fragen, wie kann den der Mensch nun, die reinrassigen Arten erhalten? In freier Natur wohl gar nicht. Wenn dann nur in menschlicher Obhut und hier vor allen wäre dies eine Aufgabe für Zoologische Gärten, in Zusammenarbeit mit Hobby- Herpetologen, vom der Gesellschaft gefördert.

Nur diese Gesellschaft gerade in Europa und hier speziell in Deutschland, hört ja meist auf die extremen Tierschützer, mit ihren meist gar nicht zu Belegenteten Darstellungen/ Argumenten. Weil sie sich nicht die Mühe geben, selbst mal zu recherchieren, auch die Medien nicht. Und so wird es wohl in einer absehbaren Zeit zum Verbot in menschlicher Obhut für Wildtiere kommen.

Das Alleine wäre aber schon ein größeres Thema für sich.

Zurück aber zur Gattung Graptemys, den Höckerschildkröten.

In Europa ist mir zurzeit (Dez.2013) nur eine sich Reproduzierende Zuchtgruppe Graptemys gibbonsi bekannt. Diese besteht seit ca.2002 und hier gibt es immer wieder mal Nachzuchten zu Erwerben. Mit diesen Nachzuchten besteht das Bestreben neue weitere Zuchtgruppen zu bilden. So freue ich mich einige dieser Nachzuchten bekommen zu haben. Gemeinsam mit zwei weiteren Graptemysfreunden, aus der Interessen Gemeinschaft Graptemys, mit Anlehnung an die DGHT und den ISV.

Ein wenig Problematisch wird es schon werden, da aus den USA keine Tiere mehr zu bekommen sind. Auch nicht zu wissenschaftlichen Zwecken der Arterhaltung wegen. Zum Glück Reagieren Reptilien nicht so sehr auf Inzucht. Und so sind, die sogenannten Inselpopulationen möglich.

Graptemys pearlensis am Pearl River

Das Problem bei alle dem ist aber, wir wissen nicht genau haben wir G. gibbonsi oder G.pearlensis oder sogar schon Mischlinge. Aus den schon genannten Gründen werden wir es auch nicht feststellen können. Tatsache ist, dass die Tiere im Pascagoula- River von den dort zuständigen Bundesstaaten Nordamerikas schon in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts unter strengsten Schutz gestellt wurden. Kurz nach dem sie als eigenständige Art bestimmt wurden. Während dies für die Tiere im Pearl-River nicht zu traf.

So war Graptemys pearlensis noch lange frei im Handel, während es Graptemys gibbonsi auf keinen Fall mehr Legal gab und so auch so gut wie nicht für uns in Europa zu bekommen war. Nur die wenigen Tiere die eingeführt wurden, sei es als Beipackware oder selten auch als direkte Bestellung, kamen alle als Graptemys gibbonsi.

Keiner der diese schöne Art Züchten wollte, kam auf den Gedanken, in zwei Arten zu trennen. Schon alleine aus den Grund nicht, da er froh war Überhaut Tiere dieser seltenen Art zu haben. Also Versuchte man Zuchtgruppen aufzubauen, mit dem was zu bekommen war, was man eben hatte.

So ist es auch Erklärbar, dass die Nachzuchten von der genannten Zuchtgruppe, hier in Europa. Zum Teil als G. gibbonsi und zum Teil als G. pearlensis zu bestimmen sind. Geht man von den Merkmalen in den jeweiligen Erstbeschreibungen aus. Bei anderen weiß man es wieder überhaupt nicht, sie irgendwie Einzuordnen.

Ein mir gut Bekannter Schildkrötenfreund, bekam aus der genannten Zuchtgruppe vor einigen Jahren mehrere Tiere. Als ich bei ihm war und sie mir Anschaute, stellte er mir seine Graptemys gibbonsi und pearlensis vor. Schau bei den Männchen habe ich zwei gibbonsi und das dritte ist eine pearlensis. Nun Fragte ich wie kann man von ein und dem gleichen Zuchtpaar zwei Reinrassige Arten bekommen.

Liebe Schildkrötenfreunde/Graptemysfreunde Ihr seht ein ganz Schwieriges Thema. Mein Rat solange es nicht ganz sicher Nachweisbar ist, sei es Genetisch oder durch beglaubigte Herkunftsnachweise, macht es wie ich und führt alle Tiere hier in Europa als Graptemys gibbonsi.

Ein ganz sicher anzunehmender Hintergrundgedanke, die Tiere aus dem Pearl-River Flusssystem als eigenständige Art zu führen, war das man sie so leichter unter Schutz stellen konnte. Was ja auch gelungen ist. Übrigens mit meiner vollen Zustimmung.

Der Pearl-River, am Sandstrand hinten wurde das adulte Weibchen Fotographiert.

Allgemein

Schon 1893 wurde von BAUR Graptemys pulchra die Schmuck-Höckerschildkröte beschrieben und so als eigenständige Art bestimmt. Als eine der Großköpfigen Arten. Diese anerkannte Art gib es auch bis heute. Vorkommen tut sie in der Mobile Bay in den Bundesstaaten Alabama und Georgia.

Schon 1942 wurden die Vorkommen in Chipola-River Flusssystem, in Alabama, Florida und Georgia, als Graptemys barbouri die Barbus- Höcker-Schildkröte beschrieben. Die Erstbeschreibung stammt von CARR & MARCHAND. Zuvor waren diese Tiere genau wie die jetzt noch drei folgenden Arten als Graptemys pulchra geführt worden. Halt immer wie schon bei G. gibbonsi und G. pearlensis beschrieben mit dem Hinweis aus dem Flusssystem.

Im Jahr 1992 wurden die Arten Graptemys ernsti und Graptemys gibbonsi von LOVICH & MC COY erstmals Beschrieben und als eigenständige Arten Anerkannt.

Graptemys ernsti kommt im Südosten von Alabama und im “Panhandla“ Floridas vor. Graptemys gibbonsi im Pascagoula-River Flusssystem von Mississippi.

Nun bleibt nur noch Graptemys pearlensis die erst 2010 von LOWICH, KREISER, SELMAN & QAUALLES das erste Mal beschrieben wurde und anerkannt wurde.

All die fünf anerkannten Arten haben Gemeinsam, dass sie sich sehr ähneln. So wird immer wieder davon Gesprochen die Gruppe die aus Graptemys pulchra der zuerst Beschriebenen hervor ging.

Gemeinsam ist all den fünf Arten, das sie sehr groß werten im Gegensatz zu den Kleinköpfigen Arten, wie Graptemys nigrinoda nigrinoda, Graptemys oculifera, Graptemys flavimaculata oder Graptemys ouachitensis sabinensis. Aus diesem Grund brauchen die aus der “Pulchra Gruppe“, wesentlich größere Aquaterrarien, für eine artgerechte Haltung in Menschenobhut. Und genau deshalb fanden, diese doch sehr schönen und interessanten Graptemys kaum Beachtung unter Schildkrötenfreunden. „LEIDER“

So sind all die Arten, außer G. barbouri vielleicht, bei uns in Europa kaum zu bekommen. Schon gar nicht mehr seit dem die gesamte Gattung Graptemys von der Nachfolgkonferenz 2008 des Washingtoner Abkommens auf Anhang III gestellt wurde.

Systematik

Klasse: Reptilien (Reptilia)

Ordnung: Testudines (Schildkröten

Unterordnung: Cryptodira (Halsbergerschildkröten)

Familie: Emydidae (Neuwelt-Sumpfschildkröten)

Gattung: Graptemys (Höckerschildkröten)

Art: Graptemys gibbonsi (Pascagoula - Höckerschildkröte)

Art: Graptemys pearlensis (Pearl-River-Höckerschildkröte)

Verbreitungsgebiet von Graptemys gibbonsi links Pascagoula River. Rechts der Pearl-River mit dem Verbreitungsgebiet von Graptmys pearlensis.

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Graptemys gibbonsi, ist wie Ihr deutscher Name schon sagt im Flusssytems des Pascagoula Rivers beheimatet, im USA Bundesstaat Mississippi. Der Pascagoula- River ist ca. 130 km lang und entsteht aus dem Zusammenfluss des Leaf River und des Chickasawhay- Rivers.

 

Zum größten Teil fließt er durch Sumpfgebiete und bei einem subtropischen feuchten Klima  entsteht eine spezifische Fauna und Flora.  Entwässern tut er bei der gleichnamigen Stadt Pascagoula im Golf von Mexico.

 

Im gleichen Flusssystem ist die etwas bekanntere Graptemys flavimaculata beheimatet. Es ist bekannt dass G. flavimaculata weiter oben im Flauslauf beheimatet ist, während Graptemys gibbonsi mehr am unteren Flusslauf anzutreffen ist. In wie weit sich die Verbreitungsgebiete Überschneiden ist nicht Bekannt. Auch nicht ob die Arten bis in den Leaf und Chickasawhay River vorkommen. Wahrscheinlich schon, denn SELMAN berichte 2011 darüber dort Tiere angetroffen zu haben. Allerdings nur Vereinzelt. Die USA ist wohl das Hochentwickeltste Land, wenn es um Technik geht, nur in der Erforschung ihrer Fauna und Flora hinken sie anderen Staaten vor allen in Europa weit hinterher.

 

Graptemys pearlensis dagegen ist am Pearl-River Flusssystem, mit dem Bogue Chitto Fluss, in den Bundestaaten Louisiana und Mississippi zu Hause. Während der Pearl River Stolze ca.800 km lang ist, ist der Bogue Chitto River nur etwa 140 km lang. Genau wie der Pascagoula-River entwässert der Pearl-River in den Golf von Mexico.

 

Auch G. pearlensis teilt sich mit einer schmalköpfigen Art aus der Gattung Graptemys das Flusssystem. Die da wäre Graptemys oculifera.

 

Adultes Graptemys pearlensis-Weibchen am Pearl-River beim Vermessen.

Lebensweise, Freilandökologie

Wie für alle Schildkröten Nordamerikas gibt es auch für diese Arten eine aktive und eine inaktive Jahreszeit (Sommer und Winter). Genau wie bei uns in Mitteleuropa und Nordafrika.

In etwa liegen die beiden Kontinente auf den gleichen Breitengraden. Alleine diese Tatsache,  und die daraus resultierenden richtigen Schlüsse helfen uns bei der artgerechten Haltung und Pflege von unseren Graptemys.

Einen großen Unterschied zu Europa gibt es jedoch, der  für unser Handeln, Ausschlaggebend ist. Das Frühjahr und der Herbst sind längst nicht so Schmuddelig Unbeständig wie bei uns. Außerdem sind die Durchschnittstemperaturen in den Südstaaten Nordamerikas höher als bei uns in Europa, was sowohl die Luft, als auch die Wassertemperatur betrifft. All dies ist dem Golf von Mexico zuzuschreiben.

Nur eins sei auch gesagt und dem Wiederspreche ich, die Durschnittslufttemperatur und Wassertemperatur sind nicht gleich. Auch nicht nach längeren Anpassungszeiten. Grundsätzlich hinkt das Wasser der Luft immer hinterher. Es ist richtig dass die Wassertemperaturen in stehenden Gewässern sich schneller erwärmen aber auch abkühlen. Außerdem gibt es in stehenden Gewässern, größere Zonen unterschiedlicher Wassertemperatur.

Nur wie immer wieder Behauptet, ist die Wassertemperatur in Fließgewässern nicht überall gleich. Auch hier gibt es wärmere oder kühlere Bereiche. Dies möchte ich hier an einem Beispiel aus eigener Erfahrung erläutern. Das Beispiel handelt hier in Deutschland. Aber in Nordamerika, wo ich leider noch nie war, ist es ganz sicher nicht anders.

Meine Kindheit und Schulzeit, einschließlich Lehrzeit verbrachte ich in einem Vorort von Melsungen / Nordhessen. Adelshausen lag etwa fünf Kilometer von Melsungen entfernt im Pfiffe Tal. Melsungen selbst an der Fulda.

Magrovenwald im Sumpfgebiet des Pearl-Rivers.

Im Sommer an warmen Tagen, am Abend nach getaner Arbeit, gingen wir an die Fulda zum Baden. Die Badebereich war etwa 400 Meter lang. Beim Einstig (oberster Teil) war das Wasser etwa 40 bis 50 cm tief und schnell fließend. Gleich auf der rechten Seite kam eine größere Sand Schlamm Stelle, auch mit etwa 50 bis 80 cm Wasserstand darüber. Hier wuchsen Seerosen und im Schlamm gab es Muscheln. Links daneben hatte sich eine tiefe Rinne gebildet durch die das Wasser floss. Etwa zwei Meter tief mit kiesigen Grund. Über der Schlammbank, zwischen den Seerosenblättern bewegte sich das Wasser nur sehr, sehr wenig. Der Temperaturunterschied des Wassers war in diesen zwei beschriebenen Zonen, deutlich auf der Haut zu spüren. Nach diesen Zonen kam eine Zone etwa hundert Meter lang über die ganze Breite des Flusses hin von über zwei Meter Tiefe. Hier floss das Wasser sehr langsam, ja Träge. Anschließend neigte sich das Gelände und das Wasser floss hier ebenfalls in voller Breite viel schneller und viel Flacher über größere Steine weiter. In einer Strudelhaften Bewegung nur ca.30 bis 50 cm Tief. Immer eine reizende Aufgabe für die Kanufahrer.

Genau hier mündete die Pfiffe, ein etwa zwei Meter breiter Bach, in die Fulda. Sehr schnell fließendes Wasser über Steine hinweg und nur ca. 20 bis 40 cm tief. Wenn man hier mit einem Fuß in dem Wasser der Fulda stand und mit dem Andern im Pfiffe Wasser, dann stand der eine in leicht temperiertem Wasser und der andere im Eiskalten Wasser. Ich möchte und ich will hier nicht erklären warum das so ist/war.Kann es auch gar nicht Richtig. Die Lufttemperatur im Fulda Tal und im Pfiffe Tal war auf keinen Fall groß Unterschiedlich. Alle paar Kilometer wiederholte sich das in ähnlicher Weise, nur immer mit anderen Bächen, die in die Fulda flossen.

In den Flusssystemen Nordamerikas ist es Bestimmt ähnlich und so können sich Wasserschildkröten, haben die Auswahl, den für sie zur gegebenen Zeit besten Platz auswählen.

Mir zeigt dies aber, dass auch Schildkröten aus Flusssystemen gut mit Schwankenden Temperaturen zurechtkommen. Ja ich gehe soweit und Behaute sie gehören zu einer artgerechten Haltung. Auf jedenfall eine Nachtabsenkung, des Wassers.

Brücke am Pearl-River.

Wie sieht nun der Tagesablauf, Jahresablauf einer Graptemys in ihren Habitaten aus?

Mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen, gleich im Frühjahr und den damit ansteigenden Wassertemperaturen verlassen die Tiere ihre Überwinterungsorte. Als erstes wird ausgiebig gesonnt. Hierzu werden am liebsten ins Wasser gefallene Bäume aufgesucht. Sind solche nicht vorhanden, dann können es auch aus dem Wasser ragende Steine oder andere Gegenstände sein. Aber immer wird so gewählt, dass die Schildkröten bei Gefahr ins Wasser springen können, um mit einem Abtauchen sich in Sicherheit bringen können. Ganz selten wird auch direkt am Uferrand gesonnt, aber nur wenn die erwähnten Möglichkeiten nicht gegeben sind.

Oft sonnen auch mehrere Schildkröten als Gruppe zusammen. Hier kommt es auch vor dass mehrere Arten zusammen sonnen. Immer wieder kommt es dabei auch zu kleineren Rankeleien um die besten Plätze. Sehr oft steigt auch eine Schildkröte auf den Rückenpanzer der Anderen um der Sonne noch näher zu sein. Hier kommt es, dann oft zu kleineren Schildkrötenpyramiten, aus mehreren Tieren.

Wichtig ist das sich beim Sonnenbad, die Körpertemperatur, der Wechselwarmblüter, auf die Betriebstemperatur, Vorzugstemperatur erwärmen kann. Diese dürfte bei etwa 31 °C liegen und mit Hilfe des eigenen Organismus um weitere 4 °C Steiger bar sein. Alles nur Erfahrungswerte. Hierzu gibt es keinerlei Wissenschaftliche Studien. Höher wie 37 °C darf die Körpertemperatur nicht ansteigen, da die Tiere sonst Kollabieren.

Schildkrötenfreunde Bezeichnen die Arten der Gattung Graptemys immer wieder als Sonnenanbeter, was auch durchaus seine Berechtigung hat. Nur sollte man es hiermit nicht übertreiben. Genau wie bei uns in Europa scheint die Sonne nicht Täglich und auch nicht von Sonnenaufgang bis Untergang, in den Bundesstaaten Nordamerikas. Siehe hierzu auch bei Klimatabellen. Langjährige Aufzeichnungen zeigen uns je nach Bundesstaat zwischen 43 und 66 % der gesamt möglichen Tageszeit. Während der aktiven Jahreszeit (Sommermonate).

Schildkröten beim Sonnen am Pearl-River.

Außer um den Körper auf die Vorzugtemperatur zu bringen, wird aber noch aus folgenden Gründen gesonnt. Zum einen um ganz Abzutrocknen. Hierbei wird dem Algenwuchs auf dem Hornschilden Einhalt geboten. Sie wachsen nicht so sehr und sie reduzieren sich öfters auch ein wenig dabei. Allerdings ist der reine Algenwuchs auch nicht schädlich. Allenfalls die Parasitten und Bakterien die sich in ihnen ansammeln. Genau um diese Gefahr von Krankheitserregern zu verhindern, ist das Sonnenbad unerlässlich. Das gleiche gilt für Bakterien und Parasitten die sich direkt in den Hornschilden einnisten.

Und noch einen ganz wichtigen Grund gibt es, für ausreichente Sonnenbäder. Nur mit Hilfe des vollkommenen Abtrocknens, werden bei gleichzeitiger artgerechter Ernährung die Hornplatten optimal gewechselt. Ja die abgestorbenen Schilden, springen sich Auf wellend beim in der Sonne Braten, regelrecht ab. Dies geschieht bei adulten Tieren in der Regel einmal im Jahr, immer Mitte  der aktiven Jahreszeit. Bei Tieren die sich noch im Wachstum befinden bis zu fünf Mal im Jahr. Reptilien und so auch Schildkröten, genauso wie Fische wachsen ein Leben lang. Bis zur Geschlechtsreife sehr Zügig und ab da nur noch Minimal.

Mit Hilfe und nur mit UVB Licht findet die natürliche Vitamin D3-Syntese statt. Hierbei wird Kalk so Umgewandelt das er zum Aufbau des Knochengerüstes und der Hornschilden, sowie der Eischalen Verwendung finden kann. Diese Vitamin 3Sysntese kann aber auch beim Sonnenbad, schwebend im Wasser, an der Wasseroberfläche stattfinden. Oft bei ganz klaren Wasser kann man Schildkröten auf dem Grund des Gewässers Sonnen sehen,vor allem bei höheren Wassertemperaturen. In wie weit eine Vitamin D3 Synteses hier noch Stattfindet?

Nachzucht Graptemys gibbonsi

Wenn die Wassertemperatur um die 18 °C beträgt, dann wird mit der Nahrungsaufnahme begonnen. Am Anfang meist zögerlich. Es ist auch von Nöten eine neue Bakterienkultur in Magen und Gedärm aufzubauen, um richtig Verdauen zu können. Vor der Winterstarre haben die Tiere beim Einstellen des Fressens Magen und Gedärme entleert. Auch um Bakteriellen Erkrankungen von innen heraus Vorzubeugen.

Bei der Nahrungsaufnahme der Allesfresser gibt es aber unterschiede, ob kleinköpfig oder großköpfig Graptemysarten.  Wie uns das Wort Allesfresser schon sagt, gefressen wird alles was an natürlichen Futter vorhanden ist. Weiter muß die Vorzugstemperatur erreicht werden,(hier ist das Frühjahr schon weit Fortgeschritten) an Futter was  zu bewältigen ist. Und genau beim Bewältigen fängt der Unterschied an. Großköpfige Weibchen mit ihren oft Kinderfaustgroßen Kopf, und den Vorhandenen sehr Starken Kauwerkzeugen können leicht Mollusken (Muscheln und Schnecken) samt ihrer Gehäuse fressen. Durch den Verzehr der Gehäuse wir auch gleichzeitig ihr großer Bedarf an Calcium gedeckt.

Die kleinköpfigen Arten und auch die kleinen Männchen der Großköpfigen schaffen dies nicht, wenn dann nur kleine Babymuscheln (die aber immer gern), und so sieht ihr Nachungsspektrum anders aus. Hier werden mehr Wirbellose gefressen. Kleinköpfige Graptemys Arten haben eine Oberständige Hornschneide, mit der sie vor allen Algen und Süsswasserschwämme auf ins Wasser gefallene Äste bevorzugt abweiden können. In den Algen befinden sich immer Kleinstlebewesen die so mit aufgenommen werden. Auch von Steinen und anderen Gegenständen, oft Müll, wird die genannte Nahrung gerne abgeweidet.

Immer ist es so, dass je nach Jahreszeit unterschiedliches Futter, mal mehr, mal weniger mal nur, mal gar nicht zur Verfügung steht. Eine Zeitweilige einseitige Ernährung macht aber den Schildkröten nichts aus. Wichtig ist das über die gesamte aktive Jahreszeit hin ausreichente Abwechslungsreiches Futter vorhanden ist. 

Nachzucht Graptemys gibbonsi

So können wir davon ausgehen, dass pflanzliche, sowie tierische Nahrung in tausendfacher Vielfältigkeit, über eine aktive Jahreszeit hinweg, Verfügbar ist. Schildkröten gewöhnen sich ganz schnell an Nahrung die von Natur aus nicht vorhanden ist/war. Zum Beispiel Muscheln, Krebse und Weiteres, die z.B. durch die Schifffahrt angesiedelt wurden. Probiert wird alles und wenn es schmeckt und bekömmlich ist, dazu Fettarm, dann ist es immer eine wertvolle, Willkomme Nahrung.

Für Reptilien und so auch für Schildkröten ist es weiter kein Problem, einige Tage mit wenig oder gar keiner Nahrung auszukommen. In der Regel tut ihnen und ihrer Gesundheit dies sogar ganz gut.

Wurde gefressen, so wird wieder gesonnt um auf die Vorzugstemperatur zu kommen, denn nur mit Hilfe dieser kann Verdaut werden. Ist es Hochsommer und die Gewässer sind sehr warm, dann wird öfters zum Verdauen und Ruhen an geschützten Stellen im Wasser geblieben. Im Pascagoula-River hat man während der Hochsommermonate, in einer Tiefe von einem Meter bis zu 31 °C Wassertemperatur gemessen.

Auch Wiederhohlen kann sich dies, so kommt es zu einmal oder mehrmaligen Futtersuchen Täglich. Immer Abhängig davon wie viel Nahrung vorhanden ist und wie satt die Tiere geworden sind.

Nachzuchten Graptemys gibbonsi.

Erfahrungsgemäß, bei der Gattung Graptemys, aber auch anderen Gattungen von Schildkröten in Nordamerika, findet die Paarung gleich im Frühjahr noch bei ca. 14 °C Wassertemperatur statt.  Die Paarung findet so vor der ersten Nahrungsaufnahme statt. Ausnahmen die es immer wieder vereinzelt gibt, sind möglich.

Graptemys Weibchen lassen sich nur einmal im Jahr, in der Regel begatten.

Ein oder mehrere Männchen Umschwimmen das Weibchen. Meist um es herum, mal unter ihm hindurch, aber immer besonders Auffällig öfters über dem Rückenpanzer. Nach einiger Zeit, sobald die Tiere  in voller Aktion sind, stellt sich das Männchen Kopf an Kopf vor das Weibchen und beginnt heftig mit den langen Krallen zu Zittern. Hierbei wird das Weibchen mit diesen an Kopf und Hals gestreichelt. Für unser Menschliches Empfinden oft regelrecht gekratzt. Ist das Weibchen zur Paarung bereit, dann legt es sich ruhig an den Boden. Das Männchen schwimmt mit dem Kopf nach vorne beim Weibchen, vorsichtig über den Rückenkiel, die Höcker. Langsam rutscht es nach hinten, immer weiter und weiter bis die Kloagenspalten Übereinander liegen. Damit dies geht, dreht das Weibchen, ihren Schwanz Seitwärts mit der Spitze über die Randschilden.

Nun schnellt der Penis/Geschlechtslappen Blitzartig heraus und so in die Kloagenspalte des Weibchens herein. Hierbei im gleichen Moment verdickt er sich und so kommt es zu einer festen Verbindung, der Beiden. Verstärkt wird dies noch dadurch, dass der Geschlechtslappen zur Spitze hin verstärkt, breiter/Trichterförmig wird.

Eine normal Übliche Zeit von Balzbeginn bis zur festen Verbindung gibt es nicht. Dies kann von zehn Minuten bis Stunden dauern. Je nach Wassertemperatur dauert die Verbindung im Normalfall um die 12 bis 15 Minuten. Umso kälter das Wasser um ein wenig länger. Hier wird das Sperma durch den Samenstrang, bis ins Weibchen, Vermutlich in Samentaschen/Falten am Eileiter/Dickdarm transportiert. Da der Hodensack in der Mitte am höchsten Punkt des Rückenpanzers, beim Männchen liegt, doch ein recht weiter Weg. Das Geschlechtsteil der Männchen ist immer so lang, dass all dies erfolgreich ausgeführt werden kann.

Eins kommt bei den viel kleineren Männchen, im Gegensatz zu den Weibchen nie vor, dass sich die Männchen beim Aufreiten an den Randschilden, mit den langen abgerundeten Krallen festklammern. Dafür ist der Größenunterschied der Geschlechter viel zu Groß. Nein die Männchen hängen unbeholfen, zum Bedauern, hilflos fest am Weibchen. Zum Schluss werden sie oft auch noch, sich nicht Währen könnend, von den Weibchen durch Becken geschleift. Ich als Mann bekomme da schon beim Zuschauen schmerzen in der Lendengegend.

Graptemys gibbonsi- Weibchen.

Es kommt vor das, das Weibchen gleich nach dem Aufreiten des Männchens wieder etwas unsanft abstreift. Entweder mit den doch sehr großen Hinterfüßen oder in dem es an einem Ast oder sonstigen Gegenstand im Wasser direkt entlang schwimmt. Geschieht dies, so kann man für kurze Zeit den Geschlechtslappen in seiner vollen Pracht bewundern. Er ist etwa so groß wie ein normal großer, kleiner Finger eines Menschen. Weiter ist in dem Fall zu sehen das er sich wie eine Ackerwindenblüte nach vorn hin Vergrößert. Die Farbe ist anthrazit schwarz. So wiegt er für kurze Zeit, wie eine Qualle im Wasser hin und her. Alles sehr schön Anzuschauen, bis es nach und nach verhältnismäßig schnell eingezogen wird, in der Kloagenspalte verschwindet. In diesem Fall wird aber das Sperma nicht richtig Übertragen und so kommt es dann zu Unbefruchteten Eiern während der Legesaison.

Geht alles seinen normalen Verlauf, so ist der Geschlechtslappen nur noch ein kleiner Knuppel, bei der Beendigung, des Aufreitens.

Wie schon berichtet, das Sperma wird vom Weibchen gespeichert und reicht in der Regel für eine Legesaison. Beim Ausbilden der Eier wird immer so viel wie nötig hiervon genommen. Findet während einer Legesaison nicht alles Verwendung so kann es für kommende Jahre gespeichert werden.

All dies sind Erfahrungen, von Schildkrötenfreunden bei Tieren in menschlicher Obhut. Anerkannte Wissenschaftliche Studien hierzu, fehlen uns noch immer. Dies in der Regal aus Geldmangel, aber auch weil solche Studien bei Schildkröten sehr Langwierig und Zeitaufwendig sind. Man bedenke oft dauert es mehr als zehn Jahre bis ein Weibchen das erste Mal Eier legt.

Die Grundlage zur erfolgreichen Eiablage, wird für die kommende Legesaison, gleich nach der letzten Eiablage im Vorjahr gelegt. Hier werden Stecknadelkopfgroße Follikel gebildet und gespeichert. Die im kommenden Jahr zu Eiern ausgebildet werden. Wichtig ist, dass gerade die Weibchen, damit dies geschehen kann, im Herbst noch reichlich Futter finden.

Fettarmes, Kalorienarmes, Faseriges Futter führt zu weniger Eiern, aber im Gegensatz  zu sehr Kalorienreichen Futter zu mehr sich gut entwickelten Eiern. Die Schlupfrate ist ganz einfach höher.

Graptemys gibbonsi-Weibchen am Pascagoula-River-Flusssystem.

Als nächstes während der aktiven Jahreszeit beginnen die Weibchen ihre Gelege abzusetzen. Immer Vorausgesetzt sie haben bis dahin genügend Nahrung gefunden. Alles hat seinen natürlichen Lauf genommen.

Meist beginnen die Weibchen mit der Eiablage, so Mitte Mai. Es kommt aber immer auf die Äußeren Umstände an, alles muss halt zusammen passen. Auf jedenfall können die Weibchen, auch bei voll ausgebildeten Eiern, die Eiablage selbst herauszögern und das über Tage und Wochen hinweg. Etwa drei Gelege in freier Natur dürften die Regel sein.

Voraussetzung zur Eiablage ist, eine Sand/Kies Bank ist vorhanden. Im Flusslauf als Insel oder am Ufer. Immer so dass die Tiere nach Oben klettern müssen. So das Ihnen ihr Instinkt sagt, die Gelege sind Hochwasser sicher. Ist nicht direkt am Gewässer eine Eiablagemöglichkeit Vorhanden, dann wird auch schon mal etwas Entfernt nach einer idealen Möglichkeit Ausschau gehalten.

Ist genügent Futter Vorhanden, ist man vor Fressfeinden sicher und ist die Möglichkeit gegeben sich erfolgreich zu vermehren (Reprutizieren), dann sind die Weibchen auch Standorttreu. In diesem Fall werden meist auch immer wieder die gleichen Plätze zur Eiablage ausgewählt. Sehr oft auch  genau der gleiche Punkt.

Da Graptemys immer nach Möglichkeit in Gruppen vorkommen, werden solche Plätze von mehreren Weibchen Aufgesucht. Ja an guten Tagen, kann es zu Regelrechten Aufläufen kommen.  Andere Arten wählen meist auch die gleichen idealen Plätze aus.

Ein guter Eiablagetag, ist immer ein warmer schwüler Tag und auch die Nächte sollten es sein. Am besten noch mit einem warmen Regen dazu. Ist dies alles gegeben, dann wird gleich in der Frühe, meist schon in der Dämmerung damit begonnen, die Eigrube auszuheben. Der ideale Platz wurde schon an ein bis drei Tagen zuvor, nach genauer Prüfung  ausgesucht.

Die Eigrube selbst wird mit den Schaufelartigen Hinterfüßen ausgegraben. In der Regel so tief, wie der Panzer der Weibchen lang ist. Hierbei ist der feuchte Regen zuvor von Nutzen, denn nur dann kann die nun feuchte Erde nicht immer wieder zurück rieseln. Alles muss schön griffig sein. Ist die Grube fertig, zur Zufriedenheit des Weibchens ausgehoben, dann hockt es sich mit dem Hinterteil, ein weinig herein. Nach und nach werden nun die weichschaligen Eier, durch die Kloagenspalte gepresst und fallen so nach und nach Übereinander in die Eigrube. Bei Graptemys Arten in der Regel zwei bis neun Eier.

Sowie das letzte Ei gelegt wurde, wird mit dem zuvor ausgehobenen Material, die Grube wieder aufgefüllt. Mit den Füssen wird alles ein wenig festgetreten. Zum Schluss wird noch mit dem Bauchpanzer darüber gerutscht, so dass alles möglichst wie vorbeginn, der Aktion ausschaut.

Kein Fressfeind, die da wären Raubvögel, Waschbären, Füchse usw. sollen das Gelege finden können. Leider ist das meist nicht so, denn genau diese Fressfeinde lernen im Laufe ihres Lebens wo und wann die Schildkröten ihre Eier legen. Oft warten sie schon darauf, dass die Schildkröten kommen und den Ort wieder verlassen.

Bei den Arten der Gattung Graptemys dauert so eine Eiablage, wie Geschlittert ca. nur eine Stunde. Auch hier die Eile, immer aus dem Gleichen Grund, um nicht von Fressfeinden entdeckt zu werden.

Graptemys gibbonsi-Nachzucht.

Aus Erfahrung, bei der Zucht in Menschenobhut wissen wir, dass der Scheitelpunkt beim Bebrüten der Eier, ob Männchen oder Weibchen, bei Nordamerikanischen Wasserschildkröten, in etwa bei 28/29 °C liegt. Darunter werden es Männchen, darüber werden es Weibchen. Wobei uns die Natur hier immer wieder mal einen Streich spielt.

Wie regelt dies nun die Natur in den Habitaten.

Zum einen werden die Eier immer wieder in ein wenig unterschiedlicher Tiefe abgesetzt. Ob Bewusst oder Unbewusst darüber können wir nur spekulieren, wie auch bei allen folgenden Gegebenheiten. Tatsache ist aber, umso tiefer die Eier im Boden liegen, umso kühler wird es. Mal werden die Eier voll Sonnig und mal wieder etwas Schattiger abgesetzt, auch hierdurch, bei unterschiedlichen Bodentemperaturen. Weiter ist der Sand mal richtig hell ja fast weiß, wieder aber auch dunkler bis hin zu braun. Umso dunkler umso mehr erwärmt er sich.

Auch sind die Gesamttemperaturen über einen längeren Zeitraum Unterschiedlich.

Auf jedenfall kommt es aus diesen aufgeführten Gründen, immer zu beiderlei Geschlechtern.

Sicherlich in dem einen Jahr mehr Männchen, dafür aber in anderen Jahren wieder mehr Weibchen.

Ein Phänomen was wir bei uns Menschen immer wieder beobachten können ist: nach einem Krieg in dem viel Männer gefallen sind und so die Frauen in großer Überzahl sind, kommt es immer zu einem sehr großen Anteil von Jungen Geburten. Die Natur sorgt so für einen Ausgleich, wobei die Frauen aber immer eine kleine Überzahl behalten.

In wie weit es in der Natur, der Tierwelt auch zu treffend ist, darüber kenne ich keine Beispiele. Aber auch bei den Tieren wird die Natur hier Helfend eingreifen.

Erklärungen wie so etwas möglich ist, sind bis heute keine Gefunden worden.

Graptemys gibbonsi

Von dem Moment an in dem die Weibchen die Gelege verlassen haben, sind die Eier und später auch die Nachzuchten sich selbst überlassen. Alles was sie machen müssen und was sie zum Leben brauchen sagt ihnen ihr Instinkt. Geschult in über 220 Millionen Jahren Entwicklungsgeschichte der Schildkröten. Ja Schildkröten gab es schon zu den Zeiten, als es noch Dinosaurier gab und wir der Mensch auf diesen Planeten noch keine Rolle spielte.

Wie lange die Eier im Boden brauchen, bis in Ihnen vollentwickelte, lebensfähige kleine Schildkröten ausgebildet wurden, liegt wie schon erwähnt an der Temperatur, der sie Unterworfen sind. Bei Graptemys von ca. 55 bis 120 Tage. Umso schneller umso eher sind es Weibchen. Bei einer Bruttemperatur von über 29 °C zwischen den  20 bis 30 Tag in etwa, dürften es Weibchen werden. Ist die Temperatur unter 28 °C in dieser Zeit so werden es Männchen. Wichtig ist aber auch, dass die Bruttemperatur schwankend ist. Diese Schwankungen dürfen ohne das die Embryos Schaden nehmen, von etwa 22 bis 33 °C betragen. Bei schwankenden Temperaturen, sind die Schlüpflinge viel Stabiler und so Lebensfähiger als bei fast Gleichbleibenden.

Aus der Eigrube wird meist am frühen Morgen gekrochen. Meist immer nach einem feuchten Regen. Die Schlüpflinge sind in der Lage selbst zu bestimmen, wann eine gute Zeit hierfür gekommen ist. Sofort nach dem sie den Boden verlassen haben, versuchen sie Rennend das Wasser zu Erreichen. Was sie nur dann Schaffen, wenn sie nicht von Fressfeinden geschnappt und gefressen wurden. Beim Schlüpfen kann ein kleinerer Dottersack am Bauchpanzer zurück geblieben sein. Dieser bildet sich schnell zurück und eine Nabelspalte die zurück geblieben ist, verschließt sich. Erst dann beginnt die kleine Schildkröte mit der Nahrungsaufnahme.

Im Wasser, in dem Fall bei Graptemys im Fluss. Es werden seichte Flachwasserzonen aufgesucht. Solche mit viel Wasserpflanzenwuchs. Hierherin finden sie Schutz und es gibt viele unterschiedlichste Kleinlebewesen dort, die als erste Nahrung dienen. Bewegen diese sich dazu, so wird auch gleich der Jagdtrieb geschult.

Weiter können sie sich dort ziemlich geschützt Sonnen, meist an der Wasseroberfläche Treibend. Aber durchaus auch schon außerhalb des Wassers, sodass sie auch ganz Abtrocknen können. Wichtig ist das hierbei, der Gummiweiche Panzer aushärten kann, so werden sie für Fressfeinde Uninteressanter.

Der Länge nach Zusammengerollt, mit einem gummiweichen Panzer, so verweilen sie im Ei. Erst nach dem Schlüpf breiten sie sich wie ein ovaler Teller aus. Geschehen tut dies in nur ganz wenigen Stunden. Beim Schlüpfen selber haben sie mit dem Eizahn, der sich direkt auf der Nasenspitze befindet, und nur für diesen einen Zweck vorhanden ist, die Weichschalige Eierschale aufgeritzt. Ist dies Geschehen so bildet sich der Eizahn zurück, soweit zurück bis nichts mehr von ihm zu sehen ist. Der Schlupfvorgang dauert nun noch ein paar Tage, bei dem sich der Schlüpfling immer breiter ausdehnt und so die Eischale immer weiter aufspringt.

Graptemys gibbonsi

Die nur wenigen Zentimeter kleinen und nur ein paar Gramm leichten Schlüpflinge wachsen sehr schnell. Immer Vorausgesetzt sie finden Reichlich Futter. So können sie innerhalb von nur wenigen Tagen ihr Gewicht verdoppeln und um ein bis zwei Zentimeter Wachsen.

Mit zunehmender Größe, werden sie selbstsicherer und Mutiger. Und so trauen sie sich in immer tieferes Wasser. Wie auch ihre Eltern, so schwimmen sie sehr gerne und wie alle Graptemys sehr geschickt und voller Leidenschaft. Wenn sie Größer werden auch mit Vorliebe gegen Strömungen an. Semiadulte und adulte Tiere auch in mehrere Meter Tiefe, um am Boden nach Nahrung zu suchend.

Wie schon erwähnt Leben alle Graptemys gerne in Gruppen. So finden sich an den Stellen im Flusssystem, wo die Lebensnotwendigen Gegebenheiten vorhanden sind, oft reichlich Schildkröten. Die da wären abwechslungsreiches Futter, Schutz vor Fressfeinden, Sonnenplätze und die Möglichkeit zur Arterhaltung besteht, sprich Sandbänke. Oft  mehreren Arten Gleichzeitig. Denn die Ansprüche der unterschiedlichen Arten gleichen sich.

Aus diesem Grund gibt es Schildkröten nicht gleichmäßig verteilt im Flusssystem, sondern immer nur da Punktweise, wo die aufgezählten Lebensnotwendigen Bedingungen gegeben sind. Sind diese Vorhanden, dann sind sie auch Standorttreu. Was sind nun aber Gründe dafür, dass die Tiere doch den Standort Verlassen/Wechseln.

Ein Grund ist das die Populationen, die Gruppe zu groß wird. Es ist einfach nicht mehr genügent Platz für alle Vorhanden. Das Futter wird knapper. Es kommt immer öfters zu Streitereien, Unterdrückungen. Meist Wandern junge Unterlegene Tiere ab, um neue Standorte zu suchen. Männchen gehen auch schon mal auf Wanderschaft, immer auch um nach Paarungswilligen Weibchen Ausschau zu halten. Sie sind ganz einfach Umtriebiger.

Hierbei kommt es immer zu Blutauffrischungen, die zur Arterhaltung von Vorteil sind. Nur kommt es bei Reptilien längst nicht so schnell zu Inzuchterscheinungen, wie bei Säugetieren.

So schreitet die aktive Jahreszeit immer weiter Voran, die Weibchen haben ihre Gelege abgesetzt. Die Nachzuchten Schlüpfen nach und nach. Es wird gefressen, gesonnt und alles andere was zu einem Sommer dazu gehört, wird angegangen. Schildkröten kennen aber kein ausschließliches Freizeitvergnügen. Alles was sie Angehen dient immer nur dem Überleben, der Arterhaltung.

Wichtig ist das die Weibchen, immer reichlich Futter finden, sodass die Follikel sich für  das kommende Jahr  bilden können.

Graptemys pearlensis, am Pearl-River-Flusssystem.

Mit Beginn der kalten Jahreszeit, dem kälter werden des Wassers, wird die Futteraufnahme weniger, bis sie ganz eingestellt wird. Wichtig ist das sich Darm und Magen leeren, damit nicht während der inaktiven Jahreszeit, es zu Entzündungen, durch verwesendes Futter von innen heraus kommt.

Fettpolster brauchen sich Schildkröten sich nicht anzufressen. Ist auch wegen des Panzers gar nicht möglich. Bei einer tiefen Winterstarre schlägt das Herz nur noch ca. zwei bis drei Mal pro Minute. Und so wird auch keinerlei Energie verbraucht, um den Organismus, wie bei einem Säugetier aufrecht zu erhalten. Bei Schildkröten in menschlicher Obhut, können wir dies gut beobachten. Meist verlieren sie kaum ein Gramm, während der Winterstarre.

Jede der Schildkröten hat ihren eigenen Charakter, ihr eigens Wesen, keine gleicht der Anderen. Aus diesem Grund verhalten sie sich auch unterschiedlich, so auch während der inaktiven Jahreszeit.

Die einen suchen recht Früh ihre Winterquartiere auf, andere wieder Später. Meist wird sich am Boden des Gewässers im Schlamm eingegraben. Je nachdem wie dick die Schlammschicht ist, unterschiedlich tief. So wurden Schildkröten bis zu 60 cm Tiefe im Schlamm eingegraben gefunden.  Seltener werden am Ufer kleinere Höhlen (meist von Bisamratten) zur Überwinterung genutzt. Noch seltener auch mal im dicken Laub am Ufer, wird Überwintert. Durch ins Wasser gefallene Bäume, mit ihren Astkronen und vor allem durch das Herbstlaub welches oft am Boden des Gewässers lagert, werden Gerbsäuern ans Wasser abgegeben. Die Erfahrung zeigt uns dass diese Gerbsäuren für das Wohl der Schildkröten von Nutzen sind, ja wichtig sind. Gerade währen der Winterstarre verhindern sie Pilzbefall am Panzer der Tiere.

Wie Anfangs am Beispiel Fulda/Pfiffe geschildert, gibt es auch in Fließgewässern unterschiedlich kalte Wasser Zonen. So sucht sich jede Schildkröte individuell ihren eigenen, ihr genehmen Platz aus.

Und genau wie bei uns in Europa so ist auch in Nordamerika nicht jeder Winter gleich, sondern immer wieder von Jahr zu Jahr anders. In gut 220 Millionen Jahren haben Schildkröten gelernt damit zu Recht zu kommen. So brauchen sie auch nicht in Menschenobhut, ganz genaue immer gleiche Überwinterungsreglungen. So wie uns meist von Leuten die selbst keine Schildkröten/Graptemys halten, Erfahrungen haben, immer wieder Vorgegaukelt wird. Grundregeln gibt es die Einzuhalten sind, aber immer mit der Möglichkeit, von Abweichungen in einem toleranten Bereich.

Wie hoch der Sauerstoff bedarf, während der Winterstarre ist und vor allen wie er geregelt wird, dazu gibt es keine Wissenschaftlich unterlegten Arbeiten. Vermutlich mit Hilfe des Wassers in der Analblase.

Mit Beginn der ersten warmen Tage, Sonnenstrahlen beginnt, dann wieder ein neue aktives Jahreszeit, so wie schon beschrieben.

Graptemys gibbonsi-Nachzuchten,ca.9 Monate jung

Schutzstatus

Seit 2008 stehen alle Graptemys auf Anhang III der Washingtoner Artenschutzgesetze. Was wiederum heißt, der internationale Handel mit ihnen wird Kontrolliert. Meldepflichtig sind sie in der EU nicht. Auch gilt bei der EU eine einheitliche Gesetzgebung. Regionale Gesetzgebungen sind dieser immer Untergeordnet. Was aber immer wieder von einzelnen Ländern der EU versucht wird zu hintergehen. Gerade in Deutschland gibt es immer wieder Behörden, die die Gesetze nach ihrer eigenwilligen Auslegung handhaben, was aber nicht immer rechtens ist.

Grundsätzlich gilt aber, bin ich Freundlich und Ehrlich zu den Mitarbeitern meiner zuständigen Behörde, dann werde ich auch Freundlich und Zuvorkommend behandelt. Man Hilft mir.

Handelt man mit Nachzuchten über die Grenzen der EU hinweg, so werden Ausfuhr und Einfuhrgenehmigung gebraucht. Dies gilt auch für die Schweiz.

Für die Nordamerikaner ist es egal ob Anhang I, II oder III. Sind die Tiere erst unter Schutz gestellt, dann gilt für sie, sie lassen keine Tiere mehr außer Land. Obwohl das bei Anhang III noch möglich wäre. Was uns die drei Graptemys Arten bewusst machen, die als Farmtiere zu Hunderttausenden ins Ausland exportiert werden. Die da wären Graptemys pseudogeographica pseudogeographica, Graptemys pseudogeographica kohnii und Graptemys ouachitensis ouachitensis. Hierfür sind ganz schnell die nötigen Papiere zu bekommen. So werden sie auch meist ohne das nötige Fachwissen in Deutschen Zoohandlungen als Höckerschildkröten angeboten.

Außerdem gibt es in den Bundesstaaten der USA keine übergeordnete Gesetzgebung zum Schutze der Tiere. Hier ist jeder Bundesstaat für seine eigenen Gesetze zuständig. So ist diese für uns Europäer nicht immer ganz Überschaubar. Vor allen, wenn die gleiche Art in mehreren Bundesstaaten vorkommt oder auch nur dort gehandelt wird.

Graptemys gibbonsi-Nachzucht beim Fressen von Mückenlarven.

Außerdem wäre es nicht Erforderlich gewesen Graptemys Überhaupt unter internationalen Schutz zu stellen. Sie kommen ja nur in den südlichen Bundesstaaten Nordamerikas vor. Ein paar Ausnahmen gibt es die aber bei einer Regionalen Gesetzgebung nicht von großer Bedeutung sind, in Mexico und Kanada.

Was ich hiermit sagen möchte ist, grundsätzlich hätte man die Tiere eigenständig schützen können, ohne internationale Hilfe.

Genauso wichtig, ja wichtiger wäre es sich um den Schutz der Habitate zu kümmern. Aber hier gilt wie überall auf der Welt, auch in den USA Vorrangig, zuerst das Wohl und vor allen dem Wohl des Menschen. Was oft nur als Profitgier ausgelegt werden kann. So werden Flussläufe begradigt, Flüsse gereinigt, sie Schiffbar gemacht, Kies und Sand wird ihnen entnommen, Wege direkt bis am Ufer entlang angelegt, Forst und Landwirtschaftliche Flächen bis direkt an den Fluss gelegt. Industrie und Wohnsiedlungen bis direkt an den Fluss gebaut, den Freizeitbeschäftigungen der Menschen Unterworfen, oft werden die Flüsse mit ungeklärtem Dreckwasser belastet. Gerade hier auch durch Papierfabriken, direkt in Ufernähe. Bei all den Maßnahmen nimmt man den Schildkröten und anderen Wildtieren den Lebensraum. Vor allen die Möglichkeit sich zu reproduzieren im natürlichen Verbreitungsgebiet. Gleichzeit verringert sich auch das Futterangebot, da Kleinstlebewesen wie Wirbellosen auch der Lebensraum entzogen wird.

Immer wieder neue Hurrikans, sorgen als Naturkatastrophen dafür, dass Schildkrötenpopulationen reduziert werden, ein Teil der Tiere hierbei Umkommen.

Beim Fischfang,hier Besonnters beim Fangen von Aalen mit Reusen,sterben immer wieder Schildkröten. Da sie gefangen in den Reusen ertringen.

Genau aus den genannten Gründen werden es immer weniger wildlebende Schildkröten. Ja oft so schnell Weniger, dass es so manche Art bald nicht mehr in freier Natur geben wird.

Amerikanische Herpetologen, die über Jahrzente Tiere in ihren Habitaten beobachteten,musten feststellen,dass einige Graptemysarten nur noch unter 10%,des Vorkommens um ca.1950 ausmachen. Also innehalb nur gut eines halben Jahrunterts, wurden aus tausend, weniger wie einhuntert Tiere.

Graptemys gibbonsi-Nachzucht

Meine Tiere

Im Jahr 2010 konnte ich zwei Weibchen Nachzucht 2011 und zwei Männchen Nachzucht 2012 erwerben. Alle vier aus der genannten mir einzigen Bekannten, Zuchtgruppe in Europa. Das es Weibchen waren konnte man schon genau erkennen. Die zwei Nachzuchten 2012 sollten auch auf  Weibchen bebrütet sein. Aber schon Mitte 2013 konnten man erkennen, dass die Schwänze länger und dicker wurden. Also es waren ganz sichere Männchen. Was mir nur recht war, denn so hatte ich 2,2 Graptemys gibbonsi.

1,1 Tiere gab ich an einen mir gut Bekannten Graptemysfreund in Österreich ab. Mit diesem Arbeite ich seit ein paar Jahren sehr eng zusammen. So können wir, sollte es Nötig werden, miteinander tauschen. Auch sind wir Bestrebt, sollte es sich ergeben, noch 2,2 Tiere hinzuzunehmen.

Die Männchen werden wohl nach drei bis vier Jahren, wie bei allen Graptemys Arten Geschlechtsreif werden. Bei den Großköpfigen Weibchen wird dies zehn bis zwölf Jahre dauern. Immer Vorausgesetzt bei artgerechter Haltung und nur bei Abwechslungsreichen wertvollen Futter.

In freier Natur dauert es oft 15 bis 20 Jahre bis Weibchen die ersten Gelege absetzen. Ist auch immer Abhängig von der Größe der Weibchen. Selman schreibt 2011, das er G. gibbonsi Weibchen beobachten konnte die mit 17 cm Carapaxlänge Gelege Abgesetzt haben. Der Regelfall aber 22 cm sein dürfte. Das größte je Vermessene Weibchen war sowohl bei G. gibbonsi als auch bei G.pearlensisca. 29,5 cm groß.

Tabelle zum Wachstum der Tiere

kommt noch

Beschreibung

Zolling, der 20 Dezember 2013

Leo Schober, mein Graptemys- Mitstreiter aus Österreich, habe ich mal Gebeten die Unterschiede, so wie er sie sieht, zwischen Graptemys gibbonsi und Graptemys pearlensis mir Mitzuteilen.

Er hat hierzu die Berichte der letzten Jahre, der zurzeit führenden Herpetologen in den USA, durchforstet. Seine Erkenntnisse und Rückschlüsse daheraus, sind hier zu Ersehen.

Leo sei hierfür ein Großes Dankeschön ausgesprochen.

Graptemys gibbonsi,Nachzuchten,ca.9 Monate jung

Hallo Ewald

Bei beiden Arten ist der Carapax olivgrau bis braun. Der Kiel ist auf den Vertebralen Schilden durchzogen mit einem durchgehenden oder unterbrochenen schwarzen Streifen. Die ersten drei Pleuralschilden sind im äußeren Bereich oft mit Kreisförmigen Streifen oder Ringen gezeichnet. Jedes Marginalschild trägt auf der oberen Seite einen gelben vertikalen Balken.

Der Plastron ist hellgelb mit dunklen Streifen an den Schildnähten.

Die Grundfarbe der Haut ist braun bis oliv, mit gelben oder grüngelben Streifen und Flecken.

Die wesentlichsten Unterschiede bei G. gibbonsi und G. pearlensis,

sind an der Oberseite der Marginalschilder zu sehen.

 

1.

Bei Graptemys gibbonsi sind die vertikalen Balken auf den Marginalschilden breiter und verbunden mit einer sekundären Pigmentierung oder mit gut sichtbaren konzentrischen Ringen.

Siehe Bild auf Austins Turtle Page:

http://www.austinsturtlepage.com/world_of_turtles/Pascagoula_Map_Turtles_%28a.k.a._Pearl_River_Map%29_-_Graptemys_gibbonsi/image8.html

Bei Graptemys pearlensis sind die gelben Balken auf den Marginalschilden dünner und ohne auffallende konzentrisch verlaufende Ringe.

Sieht man bei diesem Weibchen ganz gut:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Graptemys_Pearlensis.jpg

2.

Die 12ten Marginalschilde:

Bei Graptemys gibbonsi verläuft ein Vertikaler Balken, der auf jeden Fall größer wie die Hälfte der Schildlänge ist.

Siehe Foto meines Männchens, bei dem das der Fall ist.

Bei Graptemys pearlensis sind diese Balken an den 12. Marginalschilden 50% oder kleiner wie die Länge des Schildes.

(Bei deinen Tieren ist das glaub ich der Fall, wenn ich richtig gesehen habe)

Jedoch kann auch bei Graptemys pearlensis, der Balken über die gesamte Länge des 12. Marginalschild gehen,

dann liegt er im äußeren Bereich des Schildes und nicht mittig wie bei G. gibbonsi. 

3.

Dunkelbrauner Streifen auf den Vertebralen Schilden:

Bei Graptemys gibbonsi zum hinteren Bereich des Carapax oft unterbrochen.

Bei Graptemys pearlensis ist dieser Steifen in der Regel durchgehend, oder an manchen Stellen höchstens etwas blasser.

http://www.chameleonforums.com/my-pearl-river-map-turtle-91237/

4.

Die Kopfzeichnung ist bei beiden Arten gleich, mit einem großen Fleck zwischen den Augen, der oft nur durch einen dünnen Streifen mit den Flecken hinter den Augen verbunden ist. In Richtung Nasenspitze formt sich der interorbitale Fleck bei den meisten Tieren zu einem Dreizack.

Bei Graptemys pearlensis tritt dieser Dreizack mit 79 % der Untersuchten Tiere etwas häufiger auf, als bei Graptemys gibbonsi, mit nur 65 %.

Also kein wesentliches Unterscheidungsmerkmal.

5.

Genetische Differenz:

Genetisch unterscheiden sich beide Arten zwar nur gering, aber mehr wie die beiden Schmalköpfigen Arten Graptemys flavimaculata und Graptemys oculifera, die sich so gut wie gar nicht unterscheiden. Die Genetische Differenz zu anderen Mitgliedern der pulchra Gruppe ist zwar  größer wie die von G. gibbonsi und G. pearlensis aber immer noch recht gering.

 

Morphologische und Genetische Unterschiede sind zweitrangig. Vielmehr geht es um den Schutz und die Erhaltung beider Arten.

Da beide Populationsmäßig von den sehr streng geschützten Arten (G. oculifera und G. flavimaculata) mittlerweile um das Fünffache übertroffen werden und Rückgänge von 80 – 98 % seit den 50er Jahren zu verzeichnen sind. (Lovich et al. 2009 & Ennen et al. 2010). 

Grüße, Leo

Blick in den Schildkrötenkeller.

Einrichtung

Zurzeit schwimmt das noch kleine Graptemys gibbonsi Weibchen in einem voll eingerichteten Aufzuchtbecken, mit ca. 240 Liter Wasserinhalt.

In Planung ist ein neues Becken, was auch in den kommenden Monaten in Angriff genommen wird, von 140x70x80 cm (L.B.H.), also mit gut 700 Litern Wasserinhalt. Welches auch für die guten Schwimmer bis auf 78 cm mit Wasser gefüllt wird.

Als Unterschrank wird ein aus Fichten/Kiefernholz selbst gebauter Schrank genommen. Genau so groß (L.B.H.), das, das Aquaterrarium genau darauf passt. Das Gerüst wird aus reichlich Kanthölzern erstellt, sodass das Gewicht des gefüllten Beckens, gut getragen wird. Verkleidet wird es mit Brettern, aus dem gleichen Holz. Nach vorne hin wird der Schrank zwei Türen bekommen. Hinten zur Wand hin werden Öffnungen gelassen. Als obere Abdeckung bekommt er eine 19 mm dicke Wasserfeste Spanplatte, direkt auf den Kanthölzern Verschraubt. Auf diese kommt eine  2 cm dicke Styropurplatte, auf die Wiederum das Aquarium gestellt wird. So kommt es bei kleineren Erschütterungen nicht zu Schäden (Scheibenbrüchen).

Direkt auf die senkrechten Scheiben gestellt kommt ein 40 cm hoher Holzaufsatz, genau in der gleichen Breite und Länge des Unterschrankes. Alles immer aus dem gleichen Holz. Die Erfahrung Zeigt, dass das Gewicht dieses Aufsatzes leicht von den senkrechten Scheiben getragen wird. Auch später noch mit der Technik und dem Eiablageplatz, welche in im fixiert werden.

Sind die Holzteile fertig Montiert, so wird das noch rohe Holz zweimal mit einer für Mensch und Tier Verträglichen Holzlasur bearbeitet. Erst wenn alles gut Trocken ist, kommt der Schrank auf seinen endgültigen Platz. Hier wird dann das Glasbecken darauf gestellt. Und nun wird mit der Einrichtung begonnen. Man achte dabei, dass das Silicon, der Klebstoff zuvor gut getrocknet/ausgehärtet ist. In der Regel rechnet man zwei Wochen hierfür.

Außerdem ist zu beachten, dass die Statik des Gebäudes so Ausgelegt ist, dass es hier nicht zu Schäden kommen kann.

Blick in den Schildkrötenkeller.

Als erstes wird das Becken mit ca. 10 cm Wassergefüllt.  Grober Spielsand  wird ausgewaschen, und ein ca. 4 cm starke Schicht gleichmäßig auf den Glasboden verteilt. Etwa zwei Drittel der Bodenfläche werden mit Paphyr Gartenplatten bedeckt, indem sie ein wenig in den Sand eingelassen werden. An einer Stelle werden zwei oder drei größere Platten übereinander gelegt. Hierauf als Abschluss ein größerer Kiesel. Die Steine müssen immer so schwer sein, dass sie nicht von den doch sehr Muskulösen Schildkröten-Weibchen bewegt werden können. Wir wollen ja keinen Scheibenbruch riskieren. Somit ist der Bodengrund fertig.

Nun wird das Becken mit ca. 85% mit Wasser gefüllt. Drei Eheim Außenfilter kommen in den Unterschrank.  Einer ist immer für ca.250 Liter Wasser als Filter von Nöten. Warum nicht ein großer, siehe bei Einrichtung „Filter“ auf dieser Homepage. In einen der drei Filter ist eine Thermoheizung integriert, was aus Erfahrung ausreichend ist. Ein Heizstab ins Becken selbst kommt nicht. Einmal möchte ich so wenig wie möglich an Technik sichtbar ist, zum andern können mir die Schildkröten so keinen Heizstab zerbrechen. Schläuche vom Filter zum Wasser, ins Wasser werden durch die im Schrank hinten freigelassen Stellen verlegt.

Das Ansaugrohr wird mit möglichst vielen Saugnäpfen an der Senkrechten Scheibe Befestigt. So Befestigt, das der Ansaugkorb direkt fest auf einer der Stein Platen steht, das Schildkröten sowohl Rohr als auch Korb nicht abmontieren können. Was sie in ihren neugierigen Spieltrieb gerne tun.

Beim Rücklauf fließ das Wasser direkt, möglichst mit viel Strömung zurück ins Becken. Ohne einen Ausströmer direkt aus dem Rohr. Hierdurch entsteht eine Strömung, die gerade die Gattung Graptemys als Flussbewohner sehr mag.

Eine Magrovenwurzel in angemessener Größe wird mit einen Seil zum Aufhängen Versehen. So wird sie im Aufsatzkasten fixiert ins Wasser hängen gelassen. Warum? Da so sie nicht im Becken von den Schildkröten herum geschupst werden kann. Sie nicht immer wieder Störend herum liegen kann. Das gleiche gilt für einen Buchenast. Beides dient als Einrichtung, aber auch zum Wasserverbesser, da Gerbsäuren von Ihnen abgegeben werden. Zusätzlich kann man dem Wasser noch 2 bis drei Gramm Jodfreies Kochsalz hinzugeben. Ebenfalls um die Qualität des Wassers zu Verbessen. Sieh hierzu auch bei Einrichtung, Haltungstipps auf diese Homepage.

Blick auf die Beleuchtung im Schildkrötenkeller.

Direkt auf der Wasseroberfläche wird eine dicke entsprechend große Korkplatte schwimmen gelassen. Ebenfalls im Aufsatzkasten Fixiert. Man achte Bitte darauf, dass sie die großen Weibchen Problemlos trägt, ohne zu kippen oder auch nur groß zu schwanken.

Von der Decke senkrecht  herunter hängend werden vier Leuchtkörper angebracht. Senkrecht weil sie so die größere Wirkung entfalten, als Seitlich Schräg angebracht. Einmal ein HQI-Strahler von 150 Watt, direkt über der Insel als Sonnenlichtersatz. Weiter ein 300 Watt OSRAM-Vitalux. Zusätzlich ein LSD- Strahler mit 23 Watt und breiten Lichtkegel. Und als letztes noch ein LSD-Strahler mit 6 Watt, aber nur einer 30 ° Punktstrahlung. Warum und wofür vier Leuchtkörper, siehe hierzu bei Einrichtung, auf dieser Homepage.

Wenn es dann in einigen Jahren so weit ist, dass die Weibchen Eierlegend sind, kommt auch in den Aufsatzkasten eingebaut, noch der Eiablageplatz hinzu.

Schildkrötenpudding, bei der Zubereitung.

Ernährung

Für eine erfolgreiche Zucht halte ich die artgerechte, abwechslungsreiche und qualitativ hochwertige Ernährung der Tiere für sehr Wichtig. Graptemys gibbonsi, wie alle Graptemys Arten fressen nur sehr wenig an Pflanzlicher Nahrung. Dies kann bei der Zusammensetzung des Schildkrötenpuddings oder durch die Fütterung algenreicher Pellets berücksichtigt werden. Gelegentlich werden auch Teile von Wasserpflanzen abgebissen. Hin und wieder ein Salat oder Löwenzahnblatt, oder etwas Vogelmiere usw., ist auch Angebracht. Achtung: gefressen wird dies meist erst, wenn es schon anfängt  Schmierig/Faulig zu werden.

In der Natur stehen den Graptemys-Arten zahlreiche Nahrungsarten zur Auswahl, abhängig von Jahreszeit und Lebensraum. Diese natürliche Vielfalt kann ich meinen Pfleglingen nicht immer bieten. Aus diesem Grund füttere ich auch Nahrungsbestandteile (stets fettarm) die im natürlichen Verbreitungsgebiet nicht vorkommen. So gewährleiste ich doch eine abwechslungsreiche Vielfalt.

Die Weibchen füttere ich täglich - bisweilen sehr reichlich, aber auch in Anlehnung an die Natur unregelmäßig. Wichtig ist nach meinen Beobachtungen das optimale Füttern von eierlegenden Weibchen bis kurz vor die Winterstarre um Voraussetzungen für die erfolgreiche nächste Legesaison zu bieten (vgl. Hertwig 2001). Männchen fressen viel weniger, schon allein wegen ihres deutlich kleineren Körpers. Ich füttere sie nicht Täglich, da sie oft auch ein wenig zickig fressen, mal mit Heißhunger mal aus der Laune heraus fast gar nicht. Und verzichte auch auf Vitamingaben (bei beiden Geschlechtern) da diese meines Erachtens bei einer richtigen Ernährung nicht von Nöten sind. 

Auf dem Speiseplan meiner Schildkröten stehen lebende Grillen, Schaben, Heimchen, alle möglichen Käfer, Raupen, Würmer, gefrostete und gefriergetrocknete Garnelen und Gammerus, des Weiteren kleine Fische (gefrostete Rotfedern, Stinte, Blaubandbärblinge; gefriergetrocknete Fische aus dem asiatischen Supermarkt), Tintenfisch, Geflügelfleisch, Rinderherz, Schwarzkäferlarven (Zophpas), Mehlkäferlarven (Mehlwürmer), Fliegen und Spinnen, Kellerasseln, Gehäuse und Nacktschnecken, gefrostete Mäusebabys und vieles Mehr. Beim Fang einheimischer Wirbelloser achte ich darauf, dass es sich nicht um geschützte Arten handelt. In Deutschland beheimatete Amphibien werden wegen ihres Schutzstatus auf gar keinen Fall gefangen und verfüttert. Ich bevorzuge Lebende Futtertiere, aber auch Gefriergetrocknete und Tiefgefrorenes verwende ich, natürlich nur aufgetaut. Eine Ausnahme können hier Mückenlarven sein. Die werden auch tiefgefroren gefüttert, um  die Tiere zu Beschäftigen. Siehe hierzu auf dieser Homepage www.er-picta.de unter Futter. Schildkrötenpudding ist eine mögliche Nahrung, wenn er nach einem guten, ausgewogenen Rezept hergestellt wurde (z.B. Schulz 2001).Den Weibchen stehen immer Sepia-Schulpen zur Verfügung um den hohen Kalzium Bedarf zu befriedigen. Es ist immer wieder Erstaunlich wie viel von den Sepia-Schulpen gefressen wird.

Graptemys gibbonsi- Schlüpfling

Zucht

Da meine Tiere erst in ein einigen Jahren Geschlechtsreif werden, kann ich erst Später von meiner Erfahrung beim Züchten Berichten.

Werde ich dann aber sicher hier tuen.

Graptemys gibbonsi -Nachzucht

Winterstarre 

Die Winterstarre findet für meine Graptemys gibbonsi im unverändert eingerichteten Aquaterrarium im Schildkrötenkeller statt. Bis Mitte Oktober wird die Wassertemperatur auf tagsüber 20 -22°C gesenkt. Ab diesem Zeitpunkt bekommen die Schildkröten kein Futter mehr. Die Gedärme und der Magen dürfen sich weitestgehend entleeren, sonst besteht Gefahr innerer Entzündungen. Anfang November wird das Wasser bis auf etwa Panzerhöhe abgelassen. So können die klammen, steifen Schildkröten zum Sauerstoff aufnehmen leicht an die Wasseroberfläche kommen. Filter und Heizung werden abgeschaltet und die Raumheizung auf null gesetzt. Das Licht bleibt noch eine Woche für sechs Stunden am Tag an. Hier vor allen auch der UV-Strahler für zwei Stunden. Die Fenster bleiben offen und so sinken die Temperaturen innerhalb von zwei Wochen auf 12 - 10°C. Die Tiere sind dann bereits sehr träge. Im weiteren Verlauf sinken die Temperaturen je nach Außentemperatur bis auf 4°C ab. Ein Einfrieren des Kellers verhindert das Thermostat am Raumheizkörper.

 

Einige Schildkröten halten sich vollständig im Wasser auf, andere liegen mit einem Teil des Körpers außerhalb. Einzelne Exemplare befinden sich jedoch vollkommen "auf dem Trockenen" (auf einem Stein). Manch eine klettert auch auf die Steinaufbauden oder am Buchenast hoch. Oft verharren sie so in ca. 30 cm Höhe über Tage und Wochen hinweg. Immer wieder werden auch die Positionen gewechselt. Bis Mitte Februar kontrolliere ich alle fünf Tage, mit einer schwachen Taschenlampe ausgerüstet, die Becken und die Schildkröten. Mitte Februar wird der Heizkörper wieder aufgedreht und langsam erwärmt sich alles. Das Licht wird Tagsüber für sechs Stunden eingeschaltet. Wichtig sind die UV-Strahler damit Sonnenbäder genommen werden können. Nach einigen Tagen wird Schrittweise der Wasserstand erhöht. Die Filter und die darin enthaltenen Thermoheizungen sind inzwischen wieder im Betrieb. Nach zehn bis zwölf Tagen erreichen sowohl Raum und Wassertemperatur etwa 22 °C. Die Schildkröten können nun ihr erstes Futter bekommen. Der Appetit ist wieder vorhanden. Regenwürmer oder Bachflohkrebse sind ein gutes Futter für den Anfang zum Wiederaufbau einer Darmflora. Mitte März beginnt dann wieder die aktive Jahreszeit.

 

Wels "Anasistus" Gelege in Magrovenwurzel.

Mitbewohner

Während der aktiven Jahreszeit befinden sich Guppys und Saugwelse „Anasistus“ in den Aquaterrarien. Die Guppys fressen kleine Futterreste der Schildkröten und sorgen somit für eine längere Laufzeit der Filter. Solange die Fische nicht schwächeln geschieht ihnen nichts, andernfalls sind sie ein gutes, ergänzendes, naturnahes Futter. Die Welse halten Steine, Wurzeln und Scheiben sauber. Extra gefüttert werden die Fische nicht.

Sowohl Guppys als auch Welse Reprutizieren sich im ausreichenden Mas. So habe ich seit Jahren keine neuen Fische mehr hinzu gekauft. Hiervon Rate ich auch nach Möglichkeit ab, da man sich hierbei doch Krankheiten in die Terrarien holen kann. Fische Ja, sind durchaus auch Sinnvoll, muss aber nicht sein, schon gar keine große Vielfallt.

Aber wenn möglich, von Hobby-Aquarianern aus gesunden Beständen deren Nachzuchten, zum Beispiel auf Zierfischbörsen.

Graptemys gibbonsi-Schlüpfling

Zusammenfassung

So Hoffe ich mit diesem Bericht zu den zwei anerkannten Graptemysarten-Arten, die da wären Graptemys pearlensis und Graptemys gibbonsi, ein wenig Licht in das noch recht Bescheidene Fachwissen gebracht zu haben.

Mein Wunsch wäre es, dass sich doch einige Schildkrötenfreunde  dazu durchringen könnten mit der IG-Graptemys, in Zusammenarbeit mit der DGHT, dem ISV und der SIGS,

zur Arterhaltung dieser doch sehr gefährdeten Arten Beizutragen.

Sollte es Schildkrötenfreunde in Deutschland oder auch Europa geben, die Tiere dieser Arten ihr eigen nennen, die uns nicht Bekannt sind, dann würde es mich freuen, wenn Sie mit mir Kontakt aufnehmen würden

( Mail: er-nigrinoda@gmx.de ). Um eventuell aus einzelnen Tieren Zuchtgruppen zusammenstellen zu können.

Eventuell um Blutauffrischungen in die nur wenig in Europa vorhandenen Tiere zu bringen zu können.

Dies gilt allerdings nicht nur für die beiden genannten Arten. Nein sollte jemand einzelne Tiere von  anderen seltener Graptemys-Arten (außer G.p. pseudogeographica, G.p. kohnii und G.o. ouachitensis) haben, ebenfalls.

DGHT = Deutsche Gesellschaft für Herpologie und Terrarienkunde.

ISV = International Schildkröten Vereinigung  Österreich

sigs = Schildkrötenintressengemeinschaft Schweiz

Graptemys gibbonsi

Danksagung

Ein Dank möchte ich vor allen Leo Schober aussprechen, der mir bei meinen Recherchen sehr Geholfen hat. Und vor allen den Bericht  „Beschreibung“, ganz Übernommen hat.

Weiter möchte ich mich bei all denen Bedanken, in deren Berichten ich zum Thema lesen konnte, mich Informieren konnte. Hier vor allen auch bei den Herpetologen aus den USA, die mir Unteranderen auch einige Bilder zur Verfügung gestellt haben. Vor allen bei denen, mit denen ich einige Gespräche, in denen mir vieles Verständlicher wurde, führen konnte.

Graptemys gibbonsi

Erklärungen

Was ist eine Analblase?

Genau wie Fische haben Schildkröten eine Schwimmblase. Diese ist/wird mit Luft gefüllt und mit ihr wird das gleitende Schwimmen in unterschiedlich tiefen Wasser geregelt. Ohne Luft in der Schwimmblase würden Wasserschildkröten Hilflos am Boden liegen ohne aufsteigen zu können. Auch mit schnell Paddelten Schwimmbewegungen kämen sie kaum an die Wasseroberfläche.

Außer der Schwimmblase haben Schildkröten zusätzlich eine Analblase, diese ist/wird mit Wasser gefüllt. Wie schon gesagt über die Analspalte. In wie weit, sie mehr oder weniger gefüllt, beim gleitenden Schwimmen von Nutzen ist, ist aber nicht Bekannt.

Der Wichtigste Grund ist, mit Hilfe einer gefüllten Analblase kann das Erd/Sandgemisch dort wo die Eigrube ausgehoben werden soll angefeuchtet werden. Sodas der Boden Griffig wird, nicht immer wieder ins Loch zurück rieselt.

Weiter Vermuten die Biologen, dass eine mit Wasser Gefüllte Analblase, bei der Winterstarre, die geringe Sauerstoffversorgung  der Tiere Übernimmt.

 

Was ist die Analspalte?

Sie befindet sich auf Höhe der hinteren Randschilden, quer liegend am untern Schwanz. Im Normalfall ist sie als Schlitz zu sehen. Hierdurch wird sowohl Urin wie Kot ausgeschieden. Weiter wird hierdurch die Analblase mit Wasser versorgt. Der Geschlechtsverkehr findet mit Hilfe durch die Analspalten statt. Außerdem pressen die Weibchen die Eier hier hindurch in die Eigrube.

Bei Erkrankungen kann hier die Temperatur gemessen werden. Und bei Wurmerkrankungen können hier Medikamente eingeführt werden.

Graptemys gibbonsi

Was ist eine Inselpopulation?

Wird von einer zuvor nicht Vorhandenen Art, ein trächtiges Weibchen auf einer Insel angeschwemmt. Entsteht aus den Nachkommen eine neue Population auf dieser Insel, so spricht man von einer Inselpopulation.

Verpaaren sich anfangs die Geschwister, später weitere Nachkommen, so kann es durch die Inzucht zu Schäden an Körper und Geist kommen. Hier wird die Art im Normalfall Aussterben, da es zu keinen Gesunden Lebensfähigen Nachkommen mehr kommt.

Bleiben die Inzuchterscheinungen aus und Entsteht eine größere Population, im Laufe von Jahrtausenden sogar eine neue Art, durch Anpassung an die Gegebenheiten auf der Insel, so spricht man von Endemischen, nur dort Beheimateten Arten.

 

Was ist eine Hornschneide?

Im Gegensatz zu Säugetieren haben Reptilien keine Gebiss mit Zähnen zum Zerkleinern der Nahrung. So haben Schildkröten über die ganze Länge hinweg, sowohl oben wie unten über die volle Länge hinweg, am Gaumen, eine aus festem Horn Bestehende, Messerscharfe Hornschneide.

http://www.youtube.com/watch?v=hXzbTwRY3vQ

Hier finden Sie einen Film zu Graptemys pearlensis

Graptemys gibbonsi,Weibchen - mit Blutekel am Kopf - Bild wurde am Pascagoula-River augenommen.